Hasch-Freigabe ruiniert Jugendliche

Es verursacht nicht nur Mordsappetit, Rabbit-Eyes und Apathie. Cannabis soll auch schizophrene Psychosen zum Auflodern bringen.

Dramatic close-up of a worried and depressed man isolated on black

Bronchitis und Emphysem verursachen und Hormone am Boden krebsen lassen. Die Forderung nach Hanffreigabe ist der pure Leichtsinn.

Drei bis vier Millionen Bundesbürger sollen mehr oder minder regelmäßig Cannabis konsumieren. Und immer wieder wird die Forderung laut, den Hanf doch endlich zu legalisieren: Ist ja nicht gefährlicher als Zigaretten und Alkohol und statt der Kriminellen würde der Staat vom Handel profitieren, argumentiert man. Zudem könne man dann Tetrahydrocannabinol (THC) auch gegen Kachexie und Tumorschmerz einsetzen. „Gebt den Hanf frei“, fordern Politiker wie Hans-Christian Stroebele, und Stefan Raab hat daraus ein Lied gemacht.

THC-Gehalt heute 20fach erhöht
Doch ganz so weich, wie dieser Umgang mit dem Thema glauben macht, ist die Droge Cannabis offenbar nicht. „Wenn heute jeder dritte Patient unserer Klinik Cannabis-Konsument ist und sich dadurch sein Krankheitsverlauf eindeutig verschlechtert, ist es höchste Zeit, … an die Komplikationen zu erinnern“, fordert Professor Dr. Martin Hambrecht von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Elisabethenstift, Darmstadt, in der Zeitschrift „Psychiatrische Praxis“.

In den letzten Jahrzehnten, so der Kollege, wurde der Gehalt von THC in Haschisch durch Züchtung um das 10- bis 20fache erhöht, so dass Studien zur Harmlosigkeit aus den 60er-Jahren wertlos seien. Neben Tachykardie und Gefäßerweiterung, welche für die charakteristischen roten Konjunktiven (Rabbit-Eyes) sorgt, bewirkt THC akut eine Appetitsteigerung. Langzeitfolgen bestehen u.a. in Bronchitis und Emphysem: Joints enthalten die gleichen Bestandteile wie Tabak, aber mehr kanzerogene Stoffe, erklärt Prof. Hambrecht dazu. Des Weiteren wurden ein Absinken des Testosteronspiegels, Infertilität, Immunsuppression und teratogene Schäden als Cannabis-Folgen beschrieben.
Jeder Vierte bekommt Angst und Panik
Was die Psycho-Effekte angeht, so erlebt etwa jeder vierte Hasch- oder Marihuana-Genießer Angstzustände oder Panikattacken, jeder sechste depressive Verstimmungen. 20 % berichten über Erschöpfung und Motivationsverlust. Das Suizidrisiko ist vielfach erhöht, so der Psychiater. Bis zu 20 % der Hanf-Freunde erleiden psychoseartige Zustände, 5 bis 10 % der schizophrenen Psychosen werden durch THC zumindest ausgelöst. Die Rezidivrate der Schizophrenie liegt in der Cannabis-Gemeinde deutlich über dem Durchschnitt. „Keine andere psychotrope Substanz hat für Rezidive schizophrener Psychosen eine ähnlich große Bedeutung“, warnt Prof. Hambrecht.
Nach dem Joint in den Crash
Hinzu kommt das Risiko für die Allgemeinheit. Nach Alkohol nimmt Cannabis den Platz zwei unter den Drogen ein, die an Autounfällen beteiligt sind. Aufmerksamkeit und Urteilsvermögen sind unter THC-Einfluss anhaltend herabgesetzt. Verlängerte Reaktionszeiten sowie schlechtere Koordinations- und Konzentrationsleistungen werden schon nach geringen Dosen nachgewiesen. Noch zwölf Stunden nach Rauchen eines Joints sind die Beeinträchtigungen klar nachweisbar.
Über 300 000 Deutsche Cannabis-süchtig
Zudem entsteht Abhängigkeit. Die Stimulation des mesolimbischen, dopaminergen Belohnungssystems erzeugt das Gefühl, etwas Schönes und Wichtiges zu erleben, Dauerstimulation bewirkt Gewöhnung und Bedürfnis nach Dosissteigerung. Wer THC mehr als einmal pro Woche zu sich nimmt, riskiert bei Absetzen ein Entzugssyndrom mit Unruhe, Schlaf- und Appetitlosigkeit, Zittern und Schwitzen. Deutlich über 10 % der deutschen Konsumenten, also über 300 000 Personen, müssen als abhängig gelten, schätzt der Experte. Da der Wirkmechanismus dem von Opiaten ähnelt und die gleichen Hirnregionen stimuliert werden, müsse Cannabis auch als Risikofaktor für den späteren Konsum härterer Drogen betrachtet werden.

Die Verharmlosung von THC ist in den Augen von Prof. Hambrecht umso sträflicher, als die Hauptkonsumentengruppe aus 15- bis 25-Jährigen besteht. Herr Stroebele verfüge über genügend Reife, um weder Alkohol noch Hasch anzurühren, da er einen „klaren Kopf behalten wolle“, von Teenagern könne man hingegen nicht erwarten, dass sie mit THC umzugehen wissen, meint Prof. Hambrecht: „Gerade in dieser Altersgruppe würde eine Freigabe falsch verstanden werden.“ Abhängigkeit, Schulabbruch oder gar eine Drogenkarriere, vermutet der Psychiater, würden Tausenden das Leben ruinieren.

Thomas Bruskowski

http://www.medical-tribune.de/home/news/artikeldetail/hasch-freigabe-ruiniert-jugendliche.html?no_cache=1

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s