Hypnotherapie – Bei Ängsten und Schmerzen sehr nützlich

Snow GirlEine Anzahl wissenschaftlicher Untersuchungen belegen die Wirksamkeit der Hypnotherapie. Längst ist sie ein anerkanntes Verfahren.
Bekannte Einsatzgebiete sind zum Beispiel: Körperliche Beschwerden, Zahnbehandlungen, sowie zur mentalen Operationsvorbereitung oder in denPhasen danach. Aber auch bei Schmerzen, Ängsten und leichten Depressionen gilt der Einsatz von Hypnose als hocheffizient.
Hypnose eignet sich zur Therapie von Ängsten

Menschen mit Ängsten reagieren in ihrem Gefühlserleben in einer Weise, die man als hypnotisch beschreiben kann. Sie erleben in sich autonome Reaktion mit all ihren psychischen und psychosomatischen Begleiterscheinungen und Zeitverzerrungen. Das sind ähnliche Zustande, die man auch in der Hypnose erleben kann. Nur in einer geführten Hypnose erleben wir einen positiven und in der Angstreaktion einen negativen Zustand. Man kann sich das so vorstellen. Die Menschen befinden sich in einer Art negativen Trance.
Darüber hinaus kann Hypnotherapie ebenfalls sehr gut die Hintergründe einer Phobie klären. Bei Phobien handelt es sich entweder um eine übertriebene, unspezifische Angst oder konkrete Furcht (Phobie) vor einem Objekt bzw. einer Situation. In der Entstehung handelt es sich meist um gefühlsmäßige Ausnahmesituationen, sogenannte Traumata, die gespeichert wurden und dazu führen, dass der Mensch in anderen Situationen genauso reagiert, obwohl die Situationen keinen konkreten Anlass geben. Die Reaktionen laufen automatisch ab. Dennoch sind diese Symptome nicht sinnlos, sondern haben einen bestimmten biografischen Anker. Die meisten Menschen mit Ängsten reagieren auf Hypnose sehr bereit. Der Behandler geht problem- beziehungsweise symptomorientiert vor. Es geht nicht in erster Linie darum, ein störendes oder abträgliches Verhalten zu eliminieren. Das Symptom soll als Hilfsquelle verstanden und genutzt werden. Dabei werden Ängste nicht als etwas betrachtet, was man grundsätzlich bekämpfen muss. Ganz im Gegenteil, Angst ist eine sinnvolle Reaktion auf spezifische Reize und in der Behandlung wird der Klient dazu angeregt diese Symptome als seine Verbündete zu gewinnen. Der Klient soll angeleitet werden, seinen sinnlosen Kampf aufzugeben. Dabei stellt sich sehr schnell heraus, dass sich das körperliche und psychische System anfängt neu zu Organisieren.
In der Sitzung bietet der Therapeut, in der Regel dem Klienten, eine Ruheformel an, um ihn in einen Zustand der Abwesenheit oder Reduzierung der Symptome zu führen. Es ist aber auch möglich, den Klienten zu bitten, sich eine Angstsituation vorzustellen. Mit hypnotischen Techniken, die unmittelbar am Symptom ansetzten, kann dann das Symptom fast immer entschlüsselt werden. Die meisten Klienten benötigten nur einige Sitzungen, um eine deutliche Besserung zu erzielen.
Menschen lernen einen anderen Umgang mit Angst

Die wichtigste Anforderung an den Behandler ist der Aufbau einer tragfähigen Beziehung, zum Klienten, was für den Behandlungserfolg sehr wichtig ist. Klienten haben oft die Vorstellung, die Angst dürfe nie mehr auftreten. Das ist nicht erwünscht und auch nicht sinnvoll. Der Klient kann lernen, mit der Angst anders umzugehen. Fragen zu klären: Was sagt mir das Symptom, wozu ist es gut, was will es zum Ausdruck bringen. Die Hypnotherapie schafft eine Neueinstellung eine Bereitschaft zur dauerhaften Veränderung aber nicht im Sinne von‚ wegmachen. Dabei ist immer klar zu sehen, Hypnotherapie ist eine Methode Veränderungen beim Klienten zu fördern, sie ist keine Methode für Wunderheilungen.
Die therapeutische Hypnose zählt auch zu den ältesten und effektivsten Methoden psychologischer Schmerzkontrolle. Sie verändert die Wirklichkeitswahrnehmung eines Menschen und ist daher sehr geeignet, um einen Teil der Wirklichkeitswahrnehmung, nämlich die Schmerzwahrnehmung, zu verändern. Schmerz entsteht durch bestimmte Verschaltungsmuster im Gehirn. Dieses Verschaltungsmuster muss aufgebrochen und ein neues Muster eingeübt werden.
Vereinfachend kann man zwei Techniken zur hypnotischen Schmerzkontrolle unterscheiden. Bei der einen geht es darum, den Schmerz abzutrennen, beziehungsweise zu isolieren. Entweder vom Rest des schmerzfreien Körpers oder von jenem Teil des Bewusstseins, das den Schmerz empfindet und darunter leidet. Die Wahrnehmung des Schmerzes soll bei diesem Verfahren soweit verringert werden, dass das schmerzende Körperteil aus dem Körperschema herausgetrennt und isoliert erlebt wird.
Bei der anderen Technik wendet sich der Klient seinem Schmerz zu, was kurzfristig den Schmerz verstärkt. Mittelfristig aber zu einer deutlichen Reduzierung des Schmerzempfindens führt. Jede Technik ist aber nur so gut, wie sie auch systematisch angewendet wird. Durch regelmäßiges häusliches Üben lernt der Klient, die in den Sitzungen gemachte Erfahrung der Schmerzfreiheit, in den Alltag zu integrieren. Das heißt, dass der Klient am besten jeden Tag für sich in Trance gehen muss, um die gleichen Prozesse zu üben wie in der Therapie.
Therapeutische Behandlungen beginnen auf der Symptomebene

Werden dort Veränderungen bewirkt, übt der Klient regelmäßig und kann so diese positive Wirkung in sich stabilisieren, dann reichen in so einem Fall einige Behandlungen in der Regel aus.
Bei anderen Klienten zündet irgendein Konflikt oder Trauma den Schmerz erneut an, dann reicht die symptomatische Behandlung nicht aus, und der Behandler muss problemorientiert weiterarbeiten. Hier ist in der Regel mit regelmäßigen Sitzungen, über einen längeren Zeitraum, zu rechnen.
Wie gesagt, für die Häufigkeit von Therapiesitzungen gibt es keinen Durchschnittswert, da die Klienten mit sehr unterschiedlichen Schmerzen und Schmerzauslöser in die Therapie kommen.

Thomas Bruskowski

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