Hypnose ist wie Tauchen gehen

Der Gedanke ist gar nicht so abwegig, Hypnose mit Tauchen zu vergleichen. Denn sie durchläuft Phasen, die sich klar voneinander abgrenzen. So wie beim Tauchen auch. Beginnen wir mit der Einleitung. Eine perfekte Einleitung holt Sie im Idealfall ohne Anstrengung aus ihrem Alltag ab, und führt Sie sanft in den Bereich des Unbewussten. Dabei werden Ihre Gedanken, gleichgültig wo Sie sich gerade  befinden, in sanften Schwung in eine ganz bestimmte gedankliche Umgebung übergeleitet. Das ist bei Ihrer Selbsthypnose genauso wie bei der Fremdhypnose. Die wichtigsten dabei verwandten Techniken sind Tiefenenspannung, Augenfixationstechnik und die Technik, die auf dem gezielten Wechsel des Repräsentationssystems basiert. Bei letztgenannter Technik werden die Sinne nacheinander angesprochen und zwar immer in der Reihenfolge von außen nach innen. Also vom Sehen, über das Hören, zum Fühlen. Das hat den wunderbaren Effekt, einen hypnotischen Zustand hervorzurufen. Hier ein kleines Beispiel, das Ihnen den Wirkmechanismus verdeutlichen soll. (Visuell, sehen) „Während Sie im Augenblick gerade diesen Artikel lesen, könnte es sein, (Auditiv, hören) dass eine innere Stimme zu Ihnen sagt: Pass jetzt genau auf, welche wichtige Mitteilung gleich kommt, (Kinästhetisch, empfinden) und fühlen unmittelbar, welche Empfindungen jetzt dabei in Ihnen aufkommen.“ Diese Reihenfolge von außen nach innen ist auch dann für Sie wichtig, wenn Sie für sich selbst eine stimmige und funktionierende Einleitung formulieren möchten.

Die Phase des Tiefergehens. Das Tiefergehen bringt Sie in den nötigen Entspannungszustand. Es ist eine sehr kreative Phase der Hypnose. Hier können Sie erstmals Ihrer Fantasie freien Lauf lassen und sich innere Bilder ausdenken mit welchen Sie sich symbolisch vorstellen, tiefer und immer tiefer in Ihren persönlichen Trancezustand zu Gleiten. Der Anfang dabei, erfordert von Ihnen einen ganz kleinen, aktiven, visuellen Impuls. Aber schon  geht es wie von selbst und Sie gleiten und gleiten, tiefer und tiefer. Ob Sie sich hier eine Treppe vorstellen, die Sie hinabgehen, und mit jeder Stufe, die Sie betreten, tiefer in diesen Entspannungszustand gehen, oder ob Sie per Aufzug der nach unten fährt, von Stockwerk zu Stockwerk, immer tiefer in die Hypnose gleiten bleibt Ihnen überlassen. Wie gesagt, Ihrer Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Beim Tauchen ist es sehr ähnlich. Die ersten Meter müssen mit aktiven Flossenschlag überwunden werden, aber dann sinken Sie wie von selbst.

Die Phase der Suggestion. Hierbei handelt es sich um den zentralen Teil, in dem Ihr formulierter Wunsch, Ihre angestrebte Veränderungsarbeit oder Ihre neue Anweisung in der Fremd- oder Selbsthypnose gegeben wird. Wie viele Suggestionen sollte man sich geben? Da gibt es keine Kardinalsregel. Grundsätzlich kann man aber davon ausgehen, je größer die Aufgabe ist, die Sie sich stellen, an der Sie arbeiten, worin Sie sich verändern wollen,  umso weniger Suggestionen sollten Sie sich geben. Hauptsache, die Suggestionen sind möglichst „positiv“ und möglichst „genau“ formuliert und bei aller Präzision auf das Nötigste reduziert. Wie zum Beispiel in der neu zu Entwickelnden Motivation, regelmäßig laufen zu gehen. Hier könnte  eine Suggestion lauten: „Mit jedem Schritt, den Du ab jetzt läufst, wird Dir  bewusster, wie gut es tut und wie gerne Du es tust. Denn es tut gut, sich etwas Gutes zu tun.“- Beim Tauchen befinden wir uns in diesem Teil über dem Grund. Stelle Sie sich einmal kurz vor, Sie sind auf ca. sechzehn Meter Tiefe ohne Atemgerät. Der Grund ist direkt vor Ihnen und Sie könne ihn mit Ihrem Körper berühren. Sie drehen sich auf den Rücken und sinken ganz und gar nieder.  Sie schließen dabei die Augen und sind ganz entspannt. Sie spüren den steinigen Untergrund. Sie spüren, dass Zeit ein ganz relativer Wert ist. In Ihnen rauscht es, und eine Stimme sagt, jetzt nicht die Kontrolle loslassen. Dabei lächeln Sie, weil Sie erkennen, dass es nicht nur eine Realität gibt.

Die Phase der Ausleitung. Wie das auftauchen in die vertraute Realität, dient die Ausleitung der Wiederaufhebung der zur Einleitung und zum Zweck des Tiefergehens getätigten Suggestionen. Bei Selbsthypnosesitzungen ist es nicht zwingend nötig sich auszuleiten. Sie können zum Beispiel in den Schlaf überleiten. Jedoch ist der inneren Balance willen eine Ausleitung eine wirklich gute Sache, und eine schöne Geste an Ihr Unbewusstes. Außerdem können Sie nach so einer Sitzung, mit neuer Energie und Vitalität, den Tag weiter gestalten. Übung macht den Meister, und denken Sie daran, Sie werden von Mal zu Mal besser. So gut, dass Sie dann zu einer wirkungsvollen Einleitung nur noch ein Wort benötigen um Augenblicklich in eine tiefe Entspannung zu gleiten. Aber davon, in meinem nächsten Post.

Thomas Bruskowski

Kategorien: Hypnose

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